Hamsterzucht und Verpaarungen
Als Hobby sollte man keinesfalls versuchen Hamster zu kreuzen, züchten oder zu verpaaren. Die Genetik der Tiere ist sehr umfangreich und für jemanden, der neu an das Thema herantritt oder das als Hobby betreibt, sehr unübersichtlich sowie schwer zu erfassen. Im Internet finden sich zwar viele Anleitungen und Erklärungen jedoch kratzen diese nur an der Oberfläche. Man muss sich nur vor Augen halten, dass die Gene wie beim Menschen so auch beim Hamster noch lange nicht komplett erforscht sind. Oft kommt es auf minimale Merkmale an die man zunächst übersehen bzw. als nicht wichtig abgetan werden. Wenn man zum Beispiel zwei Hamster mit einem weißen Bauchfell kreuzt, kann es durch die Genüberschneidungen zu einem Wurf ohne Augen kommen. Das mag für den angehenden Züchter ärgerlich sein, für die Nachkommen ist es eine Qual! Noch weiter könnt ihr nicht wissen welche Erbkrankheiten die Hamster die ihr zur Zucht verwendet haben.
Viele dieser Hobby-Züchter und Zuchtversuche enden in Behinderungen der Nachkommen. Dies fängt Bestenfalls bei einem fehlenden Bein an und geht hinüber zum Backflippingsyndrom oder bis zum Schiefkopfsyndrom bis zur verkürzten Lebenserwartung. Viele der Tiere sind von Anfang an nicht lebensfähig und sterben kurz nach der Geburt. Bei falscher Verpaarung sind gleich wenn nicht sogar mit mehr Nachfolgen zu rechnen als bei Inzest der Tiere.
Als nächstes darf man nie vergessen, dass es auch genug Tiere gibt, die bereits auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind.
So ist die Hamsterhilfe Österreich nicht die einzige Anlaufstelle, es gibt so gut wie in jedem Tierheim auch einen Kleintierbereich. Oft warten dort auch viele Hamster auf ein neues Zuhause.
Wenn man seine Zucht aufgrund von Einnahmen betreibt, bleibt nur eines zu sagen „Bitte nicht auf den Rücken der Tiere, die darunter leiden müssen“.
Vorsicht ist auch in den Tierhandlungen geboten, eine Vielzahl der Händler bezieht seine Nager aus Hobbyzuchten. Was zufolge hat, dass die Tiere oft schon viele Gendefekte mit sich tragen. Außerdem auch Vorsicht bei der Geschlechtertrennung im Handel! Auch wenn ihr das Glück habt in eine Zoohandlung zu kommen wo die Hamster geschlechtlich getrennt sind, heißt das noch lange nicht, dass diese das dann auch beim Züchter waren. Am Schluss habt ihr plötzlich statt eines gesunden Hamsters auch 5 Babys im Nest, wobei die Hälfte mit Behinderungen auf die Welt kommen könnte.
Viele selbsternannte Züchter inserieren ihre Tiere auf diverse Plattformen. Bitte bedenkt, dass es keine anerkannten Hamsterzüchter in Österreich gibt. Jeder kann sich Züchter nennen und leider fehlt ihnen meistens das nötige Wissen über die richtige Aufzucht, über Genetik und deren Folgen. Leider fehlt zumeist das nötige Wissen über artgerechte Hamsterhaltung!
Die Hamsterhilfe Österreich vermittelt keine Tiere an (Hobby-) & Züchter!
Ebenfalls nehmen wir keine Tiere aus Beständen von Zuchten auf (außer in Notfällen).
- Details
- Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 28. Februar 2012 10:19
- Veröffentlichungsdatum
- Geschrieben von Nikolaus Schillinger
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