Augenerkrankungen
Allgemeines zu den Augen
Die Augen von Hamstern und anderen Kleinnagern sind – im Vergleich zu ihren anderen Sinnesorganen wie z.B. Nase, Ohren, Tasthaare etc… – weniger gut ausgeprägt. Kleinnager werden als Nesthocker geboren und öffnen ihre Augen erst zwischen dem zehnten und sechszehnten Lebenstag. Da die Augen seitlich am Kopf angelegt sind, umfasst das Gesichtsfeld der Kleinnager 360°C und nur direkt vor ihrer Nase haben sie einen „blinden Fleck“, der allerdings sehr gut durch Nase und Tasthaare kompensiert wird.Zusätzlich zu ihren normalen Tränendrüsen haben Kleinnager noch eine weitere Tränendrüse, die Harder’sche Drüse, die ein fettig-rötliches Sekret abgibt. Dieses Sekret dient nicht nur der Befeuchtung der Augen, sondern beinhaltet auch Pheromone und dient der Fellpflege, da es beim Putzen verteilt wird. Bei herabgesetztem Allgemeinbefinden kann die Fellpflege vernachlässigt werden und das Sekret kann zu Verfärbungen im Bereich der Augen und Nase führen.
Wie erkenne ich Veränderungen der Augen?
Bei Veränderungen der Augen muss man unterscheiden zwischen- primären Augenerkrankungen (z.B. Entzündungen der Augen) und
- Augenerkrankungen als Anzeichen für andere Allgemeininfektionen
Hierbei kannst Du u.a. folgende Symptome beobachten:
- Störungen des Allgemeinbefindens (dem Tier geht es generell schlecht)
- Ausflüsse der Augen (hier gibt es eitrige, seröse oder auch blutige Ausflüsse)
- Verklebungen der Augen
- Trübungen der Augen
- Bewegungsstörung der Augen durch ein- oder beidseitigen Lidkrampf
- Buphthalmus/Exophthalus (Vorfall des Auges – ein Auge oder beide Augen stehen weiter hervor als üblich)
- Schwellungen der Lider, des Drüsengewebes oder der Bindehäute
Was soll ich tun?
Als wichtigste Sofortmaßnahme solltest Du den Hamster unbedingt dem Tierarzt vorstellen, da nur der Tierarzt unterscheiden kann, ob es sich um eine tatsächliche Augenerkrankung, eine Verletzung oder eine andere Erkrankung mit Beeinträchtigung der Augen handelt. Außerdem sind viele Augenerkrankungen sehr schmerzhaft und daher sollte Dein Tier möglichst bald vom Tierarzt entsprechend betreut und versorgt werden.Beim Tierarzt
Der Tierarzt wird die Ursache der Augenveränderungen abklären und die geeignete Therapie einleiten.Therapie, weitere Behandlungen und Maßnahmen
Da viele Augenerkrankungen sehr schmerzhaft sind, wird er Tierarzt ggf. Schmerzmittel verabreichen. Bei Infektionskrankheiten werden ggf. Antibiotika und bei entzündlichen Prozessen ggf. Antiphlogistika verabreicht. Bei Krämpfen werden ggf. entkrampfende Medikamente benötigt. Bei anderen Erkrankungen, die nicht primär das Auge betreffen, werden ebenfalls die entsprechenden Therapien eingeleitet.Wichtig ist, dass Du, wenn längerfristige medikamentöse Behandlungen nötig sind, diese auch entsprechend durchführst, d.h. dass Du die genaue Dosierung einhältst und - der Verschreibung entsprechend – die regelmäßige Verabreichung ordnungsgemäß durchführst.
Du solltest auch die Haltungsbedingungen der Erkrankung anpassen – meist benötigen kranke Tiere viel Ruhe und einen abgedunkelten Raum. Weiters solltest Du mit dem Tierarzt klären, ob Du die Genesung unterstützen kannst, wenn Du das Gehege der Erkrankung anpasst (z.B. bei Augenentzündungen staubfreie Einstreu verwenden oder ggf. Küchenrolle anstelle der Einstreu verwenden). Bei Infektionskrankheiten könntest Du auch eine Wärmelampe in ein Eck des Geheges hängen. Aber, wie bereits oben erwähnt, auch dies solltest Du mit dem Tierarzt vorab klären, da unnötige Veränderungen im Gehege das Tier nur unnötig stressen würden.
- Details
- Zuletzt aktualisiert am Freitag, 23. September 2011 23:58
- Veröffentlichungsdatum
- Geschrieben von Jasmin Rosenkranz
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